Ausgabe Oktober 2018 - Schwerpunkt Klassenkampf von oben
Klassenkampf wird heutzutage als Schimpfwort verwendet, oder gar als Vorwurf jenen gegenüber, die sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen.
Bernhard Achitz über die Notwendigkeit, den Arbeitgebern bei den KV-Verhandlungen einen Ausgleich für den 12-Stunden-Tag abzuringen. Der Leitende Sekretär des ÖGB erläutert, unter welchen Bedingungen er sich gerne Klassenkämpfer nennen lässt, und spricht über das Spannungsfeld zwischen Kampfmodus und Kompromissfähigkeit.
Länger arbeiten, weniger Mitbestimmung - die Regierung agiert derzeit im Dienste der Arbeitgeber. Unter diesen Voraussetzungen startet die Herbstlohnrunde. Lange und zähe Verhandlungen stehen bevor.
Das neue Regierungsprogramm spaltet und polarisiert - auch um den neoliberalen Umbau und die Schwächung der ArbeitnehmerInnenrechte zu verschleiern.
Ob beim 12-Stunden-Tag, in der Sozialpolitik oder auf dem Gemüsefeld: Susanne Haslinger von der PRO-GE kämpft für die Rechte der Beschäftigten.
Verhandlung und Streikgebärde gehören gewissermaßen zusammen. Und die Arbeit niederlegen, das dürfen wir!
Für die Großindustrie ist diese Regierung wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal.
Es liegt in der Natur des Menschen, mitbestimmen zu wollen. Wenn die Regierung der Jugend ihre Stimme nimmt, wird sie laut. Denn das lässt sie sich nicht gefallen.
Die Struktur unserer Gesellschaft wird sowohl aus unterschiedlichen Klassen als auch aus Geschlecht gewebt. Wer sie ändern will, muss an beiden Fäden ziehen.
"Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen." (Warren Buffett, 2006)
Ein Blick über die Grenzen zeigt: Regierungen in ganz Europa versuchen immer massiver, die Rechte der ArbeitnehmerInnen zu beschneiden.
Die internationale Arbeitsteilung hat zugenommen, somit haben sich Arbeitskämpfe verändert. Ihre Ziele sind je nach sozialer Ungleichheit sehr unterschiedlich.
Ist ein Streik erlaubt? Was tun, wenn die Polizei kommt? Müssen Sie Angst um Ihren Job haben? Die wichtigsten Fragen zu gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen werden hier erklärt.
Längere Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen und erhöhen das Unfallrisiko. Vor allem widersprechen sie aber den Wünschen der Beschäftigten.
Es ist geradezu ein Lehrstück, wie die türkis-blaue Regierung Nebelgranaten wirft, um von den eigenen harten Beschlüssen abzulenken. Denn es scheint den Regierungsmitgliedern klar geworden zu sein, dass der von der Wirtschaft bestellte 12-Stunden-Tag bei den Menschen, gelinde gesagt, nicht so gut ankommt.
Gewerkschaften sind Kampforganisationen für die Demokratisierung der Wirtschaft, war vor 90 Jahren in "Arbeit und Wirtschaft" zu lesen.
Zahlen, Daten, Fakten und Statistiken
Ein Kommentar von Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der PRO-GE
Es ist keine große Überraschung, dass die Arbeiterkammer einer aggressiven rechts-ultrarechten Regierung ein Dorn im Auge ist. Schließlich ist sie nicht nur eine wichtige Anlaufstelle für ArbeiterInnen und Angestellte bei einer breiten Palette von Problemen. Sie ist zugleich die einzige Institution, die den Propagandanetzwerken des großen Geldes etwas entgegensetzen kann. Wird sie geschwächt, kann einfacher ausgebeutet und noch viel mehr Schaden angerichtet werden.
Das Bild, das die österreichische Regierung in der EU abgebe, sei beschämend, sagt Oliver Röpke, Leiter des ÖGB-Europabüros in Brüssel. Er und sein Team kämpfen gemeinsam mit anderen europäischen Gewerkschaften für die konkrete Umsetzung der sozialen Säule der EU.
