Griechenland: Kleiner Erfolg im Fall Konstantina Kouneva

Konstantina Kouneva stammt aus Bulgarien und ist Historikerin. 2001 zog sie nach Griechenland, um dort als Reinigungskraft für die medizinische Behandlung ihres kranken Sohnes Geld zu verdienen.
Sie engagierte sich gewerkschaftlich und wurde Generalsekretärin der Attica-Gewerkschaft der Reinigungskräfte. Wiederholt kritisierte sie Reinigungsfirmen wegen der miserablen Arbeitsbedingungen. Vor dem Angriff war sie mehrmals telefonisch bedroht worden. Kouneva wurde im Dezember 2008 überfallen und mit Säure angegriffen, wovon sie lebensgefährliche Verletzungen davontrug: Sie verlor die Sehkraft auf einem Auge, Stimmbänder und Luftröhre wurden schwer beschädigt. Sie lag mehrere Tage im Koma und konnte erst nach fast einem Jahr das Krankenhaus verlassen. Sie hat noch einige Operationen vor sich.
Nach dem Überfall wurden, wie später auch die Behörden eingestanden, die Ermittlungen nachlässig geführt und drohten im Juni 2009 eingestellt zu werden. Infolge des internationalen Drucks entschied die Staatsanwaltschaft im Dezember 2009 sie wieder aufzunehmen. Allerdings stimmte im Juli 2010 die Staatsanwaltschaft dem Vorschlag der Ermittlungsbehörde zu, die Akte ins Archiv zu geben. Das Verfahren drohte wieder eingestellt zu werden. Im Dezember 2010 ordnete der Staatsanwalt polizeiliche Ermittlungen über die Bedingungen und Aktivitäten von Reinigungsfirmen in Griechenland an, deren Erkenntnisse in die Untersuchung über den Überfall auf Konstantina Kouneva einfließen sollten.
Mehr Infos:
gewerkschafterinnen.amnesty.at

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Arbeit&Wirtschaft 01/2011.

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