Wen kümmert’s?

Ausgabe Januar 2021: Die prekäre Situation in der Kranken- und Altenpflege spitzt sich zu. Es fehlen Geld und Personal, Wertschätzung und vor allem – die Perspektive.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Als wir uns im März 2020 von einem Tag auf den anderen im Homeoffice wiedergefunden haben, dachten wir, es wird eh nur für ein paar Wochen sein. Als wir im Herbst – immer noch im Homeoffice – erfuhren, dass es bald Impfstoffe geben wird, dachten wir: 2021 kommt der große Wendepunkt. Leider: Dieser Traum ist geplatzt. Es werden wohl nicht Wochen, sondern Monate sein, bis die Impfung alle erreicht – sofern sich überhaupt genügend Leute impfen lassen. Oder es treten weitere neue Virus-Mutanten auf, die alles erst recht auf den Kopf stellen.
In unserem Land haben wir noch Glück im Unglück. Wir haben einen Sozialstaat, der das Allerschlimmste verhindert. Es war die Hochphase der Sozialpartnerschaft, die ihn in den Jahrzehnten nach 1945 wiederaufgebaut hat. Aber seit den Achtziger-Jahren kommt er immer mehr unter Druck, wobei – immerhin – einige harte Einschnitte verhindert werden konnten: Stellen wir uns nur vor, vor welcher Katastrophe viele Menschen jetzt stehen würden, hätten Schüssel und Haider nach 2000 tatsächlich die Notstandshilfe abgeschafft. Oder Türkis-Blau vor Ibiza. Stellen wir uns vor, wir wären den deutschen Weg gegangen, mit Hartz IV und einem riesigen Niedriglohnsektor. Unser Land wäre jetzt ein anderes, ein dunkleres.

Willkommen in der Realität

Aber das Leid ist in der aktuellen Situation trotzdem groß. Es sind so viele Menschen an COVID gestorben, und es werden noch etliche sterben. Viele Erkrankte kämpfen mit schweren Langzeitfolgen. Und dann auch noch die soziale Krise, Einkommensverluste, Perspektivenlosigkeit der Beschäftigten einiger Branchen. Kinder, die in der Schule zurückfallen und ihre Freund*innen und Verwandten nicht mehr umarmen können.
Es muss etwas passieren – und zwar jetzt. Fangen wir doch dort an, worauf die Krise die größten Schlaglichter geworfen hat: auf die hart getroffenen Tourismusregionen. Auf die Ungleichbehandlungen von Arbeiter*innen. Auf die vielen Langzeitarbeitslosen und die junge Generation. Und vor allem: Auf den Gesundheits- und Pflegebereich, den wir bis 2030 um Zehntausende Beschäftigte ausbauen müssen, sonst droht der Notstand. Nicht klatschen, sondern anpacken.

In dieser Ausgabe

  • Coverstory: Letzte Abfahrt Wohlstand
    Die Corona-Krise hat Schwachstellen unseres Systems offengelegt und uns knallhart gezeigt: So kann es nicht weitergehen. Was kann man aus der Chance eines Neustarts machen? Die Coverstory öffnet Augen und richtet den Blick nach vorne.
  • Ein Job als Jackpot
    Es ist der vermutlich größte Sesseltanz in Österreichs Geschichte: Auf 50.000 offene Stellen kommt eine Masse von 533.000 Arbeitsuchenden. Das kann sich doch nicht ausgehen. Woher sollen diese 450.000 dringend nötigen Jobs kommen?
  • Pflegefall Pflegesystem
    Was wurde letzten Sommer nicht medienöffentlich für systemrelevante Berufe von Balkonen geklatscht – geändert hat sich für die Beschäftigten in Pflegeberufen dennoch nichts. Bleibt es dabei, wird’s düster: Dann droht der Pflegenotstand.
  • Was braucht es für einen Aufschwung?
    Die „große Frage“ beantwortet von Christoph Badelt
  • Automatisch stabilWie der Sozialstaat vor Wirtschaftsdesastern schützt
  • Interview: Geht’s dem Sozialstaat gut, geht’s allen gutPolitikwissenschafter Emmerich Tálos im Interview
  • Wirtschaftsmotor Sozialstaat
    Über einen der größten Arbeitgeber des Landes
  • Luft nach obenDie Ausmaße der Corona-Arbeitslosigkeit auf einen Blick
  • Verantwortung inklusive?
    Was ein Lieferkettengesetz für uns alle ändern würde
  • Kommt Zeit, kommt Zahltag!Wie sich Digitalkonzerne der Besteuerung entziehen
  • Was bewegt Beschäftigte in der Pflege?
    Was fünf Betriebsrät*innen wahrnehmen und fordern
  • Immer nur funktionieren müssen
    Eine Altenpflegerin erzählt aus ihrem Berufsalltag
  • Endlich wieder ein Leben haben
    vida-Generalsekretärin Anna Daimler im Interview

Standards

  • Win-win-win in der Krise
    Ein Beitrag zur Pflege auf dem A&W-Blog
  • Die Sichtbaren und der stumme Staat
    Über die harten Verhandlungen des KV-Schutzes
  • Zu guter Letzt
    Der Ausweg aus der Krise braucht Perspektiven
    Das letzte Wort hat vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit
Ausgabe als PDF-Download

 

Abobestellung & Preise

Einzelnummer € 2,50
Jahresabonnement Inland € 20
Ausland zuzüglich Porto € 12
für Lehrlinge, StudentInnen und PensionistInnen ermäßigtes Jahresabonnement € 10

Bestellungen, Abonnementverwaltung und Adressänderung:
Johannes Bagga
1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1
Telefon (01) 662 32 96-0, Fax Dw. 39793
E-Mail: aboservice@oegbverlag.at

Abo bestellen


 

Über den/die Autor:in

A&W Magazin

Die Arbeit&Wirtschaft widmet sich mit Schwerpunkten unterschiedlichen Themen der Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik – online mehrmals wöchentlich, im Print-Magazin mit sechs Heften pro Jahr. Die Artikel des Print-Magazins fließen in das Online-Magazin ein.

Du brauchst einen Perspektivenwechsel?

Dann melde dich hier an und erhalte einmal wöchentlich aktuelle Beiträge zu Politik und Wirtschaft aus Sicht der Arbeitnehmer:innen.



Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder. Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.